” Hund der Woche ” – Galga Kiba

Geb.: ca. 2009/2010
Rasse:
Geschlecht: Hündin
Größe: ca. 65 cm
Kastriert: ja
Standort: Geislingen
An dieser Stelle möchten wir Ihnen unsere Kiba (ehem. Tina) vorstellen, eine wunderschöne Langnase. Sie ist komplett geimpft, kastriert, gechipt und der Mittelmeertest war negativ.

Kiba bezaubert uns Alle, sie hat einen edlen Charakter, obwohl sie bereits Schlimmes erlebt hat. Sie wurde in Córdoba von einem Auto angefahren, als dort ein großes Fest gefeiert wurde. Ihren Schrei hörte man trotz des ganzen Trubels noch sehr weit. Ihr ehem. Besitzer, ein Galguero, brachte sie in die Klinik, doch die Verletzung und die damit verbundenen OP-Kosten waren ihm zu hoch, er ließ sie zum Einschläfern dort.

Sie wurde natürlich nicht eingeschläfert, es gibt ja noch kleine Engel in und Kibas Engel heißt Patri. Sie hat mit Erfolg alle Hebel in Bewegung gesetzt um der schwarzen Schönheit helfen zu können. Ihr Bein wurde operiert und der komplizierte Bruch mit Platten fixiert. Leider fand sich keine passende Pflegestelle für Kiba, so musste sie noch eine Weile in der Klinik bleiben. Umso glücklicher war Patri, als sich eine Familie aus Deutschland bei ihr meldete, die Kiba adoptieren wollte. Patri war überglücklich, informierte uns und hat Kiba am 23. September nach Deutschland begleitet. Die beiden wurden von unserer Gudrun am Flughafen abgeholt und zu der Familie gefahren, die sich dann allerdings der Aufgabe nicht mehr gewachsen sah und von der Abstand nahm. Was nun? Wohin mit Kiba? Zurück nach Spanien? Natürlich haben wir Patri nicht mit Kiba nach Spanien zurück fliegen lassen und ihr eine Pflegestelle gegeben. Sie erholt sich dort nun zunehmend von ihrer Operation, besucht regelmäßig die Physiotherapie und ist einfach nur noch glücklich. Es macht so viel Freude sie anzuschauen …. sie lässt jedes Herz höher schlagen und treibt einem das Lächeln ins Gesicht. Sie hat einen ganz bezaubernden Charme und wäre auch gut als „Anfängerhund“ geeignet, aber bitte mit einem Spielkameraden.
Samstag, 7. April 2012 – wir müssen die Implantatsentfernung vorziehen. Kiba zeigt seit 5 Wochen völlige Lahmheit und Schonung des kranken Beines. Sie erhält starke Schmerzmittel. Jeder Tag, an dem das Implantat am Knochen bleibt, ist von Vorteil.
Die OP verläuft gut. Sie dauert länger, da sich Knochengewebe in den Zwischenräumen der bereits entfernten Schrauben gebildet hat.
Zwischen Implantat und Knie hat sich in den vergangenen Wochen eine schmierige Masse gebildet, es war höchste Zeit. Die Röntgenaufnahmen zeigen einen Schatten am Knie, aber auch, dass der Knochen nicht ganz durchbaut ist.
Für Kiba und mich heißt dies, dass wir weitere 12-14 Wochen nur gemeinsam an der Leine in den Garten gehen. Das Muskelaufbautraining am Wasserlaufband, sowie physio-therapeutische Maßnahmen werden im Vorfeld geplant und wir sind guter Dinge, dass Kiba bald selbständig laufen und auch einmal rennen darf.
Donnerstag, 19. April werden die Fäden gezogen. Die Wunde sieht perfekt aus und wenn das Fell wieder wächst, dann erinnert uns nichts mehr an die vergangenen schlimmen 11 Monate.
Sonntag, 22. April – wir gehen um 12.55 Uhr in den Garten. Kiba pinkelt, dreht sich auf ihren Hinterläufen…sie schreit fürchterlich auf, sie schreit und schreit. Die Narbe verändert sich, als hätte Kiba einen Muskelkrampf….nein, das Bein ist erneut gebrochen. Kiba Aussehen verändert sich, die Schmerzen lassen ihre Haut in jede “Knochenritze” verschwinden, ihre Augen verschlupfen in ihrer Augenhöhle.
Micha fährt zu unserer Tierärztin, ich liege mit 40 Grad Fieber im Bett. Das Telefon klingelt und unsere Tierärztin bestätigt meine Vermutung.
Für sie gibt es momentan nur zwei Möglichkeiten: Entweder wir legen ein neues Implantat (was jedoch der Knochen nicht mehr aushalten würde) oder wir euthanasieren diesen tollen . Kiba hatte in den vergangenen 11 Monaten 7 Eingriffe und dreimal Untersuchungen in Kurznarkose über sich ergehen lassen müssen. Aus tierschützerischen Gedanken wäre es nachvollziehbar, aber nicht für mich. Ich bat um eine erneute Narkose und eine Röntgenaufnahme…dies verschaffte mir Zeit mit Spanien zu telefonieren und mir auch bei Menschen Rat zu holen, die bereits Erfahrungen sammeln konnten. Ich entschied mich für eine Amputation und meine liebsten Menschen um mich, Micha und Susanne, operierten dieses Seelchen von . Nach 4 Stunden hatte Kiba nur noch 3 Beine, aber sie lebte und ich war mir sicher, dass dieses Leben auch lebenswert ist.
Meine Nichte und ich fuhren in die Praxis und holten beide ab. Kiba erwachte ohne Nebenwirkungen, sie stand um 22.30 Uhr auf und hüpfte zu Micha, leckte ihm die Hände und legte sich wieder hin. Um 23 Uhr fraß sie 1/2 Dose Nassfutter, ging mit mir in den Garten und pinkelte das erste Mal als Dreibein.
Die Meinungen gehen auseinander, ich akzeptiere dies. Jedoch stehen wir zu 100 % hinter dieser Entscheidung und Kiba konnte bereits eine Woche nach dem Eingriff mit auf die Koppel. Heute, 16 Tage danach, rennt Kiba mit den anderen. Sie beherrscht das Kurvenlaufen, in den Geraden beschleunigt sie wie ein Hund auf 4 Beinen. Ihr Gesicht strahlt…nein Kiba lacht aus vollem Herzen!
Der histologische Befund kam heute und es wurden keine bösartigen Zellen im Knochengewebe gefunden. Warum das Bein erneut brach, werden wir nie erfahren.
Für Kiba ist dies ihre dritte Chance…und vielleicht ihre letzte, mit Phoenix gemeinsam umzuziehen. Beide sind etwas gehandicapt und perfekt zusammen.
Jetzt wurde das Update zu einer Geschichte: Mein Wunsch ist es, dass sich Interessenten ermutigt fühlen, auch ein Dreibein in ihrer Mitte aufzunehmen. Mit wenigen “Einschränkungen” bekommen sie einen ganz besonderen Hund, der ihr Leben unsagbar bereichern wird.

Ich danke allen, die mit Kiba fieberten und auch an ihrem Genesungsweg so Anteil nehmen. Danke an Ingo, der für Kiba einen großen Teil der Amputationskosten übernahm.

Wir danken für jede Art von Unterstützung. Die Kosten für die Entfernung des Implantates und die letztlich notwendige Amputation belaufen sich auf 1072 EUR.

Phoenix hat zwischenzeitlich ein Zuhause gefunden und Kiba geht alleine auf die Suche.

Vielleicht haben Sie schon einen Handicap-Hund und dieser fühlt sich alleine. Dann freut sich Kiba über ihre Anfrage.

Ansprechpartnerin: Gudrun Sauter
Info und Kontakt

Hier ist ihr Vermittlungsthread:

Galga Kiba (Tina)

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