Toro de la Vega, der Kampf geht weiter

 

So sehr wie wir es uns gewünscht und dafür gekämpft haben, Volante, der diesjährige “Toro de la Vega” konnte nicht gerettet werden. Nach 20 Minuten starb auch dieses Jahr, ungeachtet der weltweiten Proteste, ein sogenannter “toro de lidia” (Kampfstier) einen grausamen Lanzentod.

Tausende von Menschen, laut Rathaus von Tordesillas 40 000, versammelten sich heute im Ort um dem Spektakel beizuwohnen. Dem blutrünstigen Mob standen ca. 100 Gegner gegenüber. Aufgerufen zur Präsenz hatte die Bewegung Ocupa Tordesillas, mit der guten Absicht, den Tod eines unschuldigen Stieres zu verhindern. Die in mehrere Gruppen aufgeteilten Aktivisten wurden teilweise erkannt, im Zentrum des Ortes, in der Calle San Anton, dort wo Volantes Martyrium begann, wurde eine Gruppe, die sich gegen 10 Uhr versammelt hatte, noch bevor sie sich ganz zerstreuen konnte, kurz vor 11 Uhr von der Guardia Civil vom Platz “getragen” und dann eingegesselt. Ihre Rufe, “Tordesillas, asesina” (Tordesillas mordet) und “Tordesillas, vergüenza nacional” (Tordesillas, nationale Schande), sollte sich auch in diesem Jahr wieder bewahrheiten. Den Beschimpfungen und Bedrohungen der Fanatiker ausgesetzt waren sie gefangen, unfähig den Beginn der Stierhatz zu verhindern.

Es hat recht lange gedauert bis Volante den Fluss überquert hat, ab diesem Moment dürfen mit Lanzen bewaffneten Fanatiker, die den Stier zu Fuss und zu Pferd hetzen, auf das Tier einstechen. Derjenige dessen Lanze zuerst in den Körper bohrt, und nur er, darf die Misshandlung zuende führen und den Stier töten. Diesmal wurde jedoch gegen mehrere Regeln verstoßen, Volante wurde von zwei verschiedenen Personen verletzt und dann auch noch in einem Gebiet getötet, in dem es laut der vorgeschriebenen Regeln des Turniers verboten ist. Somit gibt es in diesem Jahr keinen “stolzen” Gewinner, dass Turnier wurde aufgrund der Regelverstöße für ungültig erklärt. Getötet wurde Volante von Sergio Sacristán. Gegenüber der Presse erklärte der 28jährige, wem der “Toro de la Vega” nicht gefällt, der soll nicht nach Tordesillas kommen, auch ist er der Meinung, dass es in ganz Befürworter gibt. Die Berichterstattung der spanischen Medien sieht jedoch anders aus, erst vor wenigen Tagen hat sich der beliebte Fernsehmoderator “Gonzo” in seiner Sendung in La Sexta über die Anhänger des aus dem Mittelalter stammenden Blutbades lustig gemacht und heute wurde zum ersten Mal live vom “Toro de la Vega” berichtet. Antenna 3 war vor Ort und kritisierte diese Tierquälerei scharf. Ein ehemaliger Torero kam im Fernsehstudio zu Wort, als Stierkampfanhänger aber Gegner des “Toro de la Vega” konnte er sich natürlich nicht die Lüge verkeneifen, dass ein Stier nicht leidet, der Moderater wirkte im Laufe des Gesprächs immer genervter. Auch heute sparte La Sexta nicht mit Kritik, stellte ironisch fest, dass die “lanceros” (Lanzenreiter) ja wohl doch nicht im Mittelalter leben, da sie ja Sonnenbrillen tragen.

Wir alle hier haben uns nichts mehr gewünscht, als Volante zu retten, haben gehofft und gebangt, mit ihm gelitten. Ich möchte hiermit allen Mitstreitern für ihren Einsatz danken, ihre Bemühungen, dass über den “Toro de la Vega” auch in deutschen Medien berichtet wird (bis jetzt hat nur nordbayern.de einen kleinen Artikel veröffentlicht), für die Verbreitung von Nachrichten und das Mitzeichnen von Petitionen sowie das Versenden von Protestmails, usw. Vor allem den Menschen die heute vor Ort waren gilt mein größter Respekt. Es waren viele und es werden immer mehr, die es satt haben, dass unter dem Deckmantel von Tradition und Kultur Stiere zu Tode gefoltert werden. Die Junta von Kastillien und León ließ verlauten, dass sie nicht beabsichtigt, das Turnier Toro de la Vega zu verbieten. Alicia Garcia, die Ministerin für Kultur und Tourismus ist nach wie vor der Meinung, dass das Turnier legal ist, entgegen der Auffassung der spanischen Tierschutzpartei PACMA. Viele fragen sich sicher, warum man trotz aller nationaler und internationaler Kritik daran festhält, es ist jedoch nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Tordesillas etwas mehr als 9 000 Einwohner hat und ca. eine Woche lang ca. 30 000 weitere Menschen anlässlich der Festwoche den Ort und Nachbarorte überschwemmen und die Kassen klingeln lassen.

Der heutige Tag hat gezeigt, dass die Proteste immer zahlreicher werden. Im Laufe des Tages fanden an in vielen spanischen Städten Demonstrationen statt. Wir sind viele, gemeinsam können wir etwas erreichen und wir werden solange kämpfen, bis diese und andere barbarische Stierkampfveranstaltungen der Vergangenheit angehören.

R.I.P Volante

http://www.sos-galgos.net/c/toro-de-la-vega

Quelle mit weiterem Video

 

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