Sea Shepherd-Gründer in Deutschland verhaftet

Der folgende Artikel erschien am 22. Mai auf surfermag.org.
(erneute Veröffentlichung mit Genehmigung
)

Sea Shepherd-Gründer in Deutschland verhaftet

Kelly Slater ruft zur sofortigen Freilassung von Captain Paul Watson auf

Captain Paul Watson und Kelly Slater. Foto: Deborah BassettCaptain Paul Watson und Kelly Slater.
Foto: Deborah Bassett
Der Sea Shepherd-Gründer Captain Paul Watson befindet sich in Deutschland unter Arrest und ihm droht die Auslieferung nach Costa Rica aufgrund eines Vorfalls, der sich vor über zehn Jahren ereignete, als er vor der Küste Guatemalas in illegale Shark-Finning Aktivitäten eingriff. Obwohl Captain Watson am Montag aus dem Frankfurter Gefängnis für eine Kaution von 250,000 Euro „freigelassen“ wurde, bleibt er trotzdem unter Hausarrest während das deutsche Gericht prüft, was auch immer Costa Rica an Beweisen vorzubringen vermag in einem Fall, der rein politisch motiviert ist.

Captain Watsons Verhaftung basiert auf Anschuldigungen des Eingriffs in den „Schiffverkehr“ in guatemaltekischen Gewässern, nachdem es eine Auseinadersetzung zwischen illegalen Haiwilderern auf der Varadero und dem Sea Shepherd-Schiff Ocean Warrior gegeben hatte. Nach der Festnahme der Varadero in guatemaltekischen Gewässern, was nach Aussage von Sea Shepherd eine Anweisung der guatemaltekischen Behörden war, beschuldigten die Fischer Captain Watson des versuchten Mordes. Watson wurde nach seiner Rückkehr nach Costa Rica angeklagt und die ursprünglichen Anklagepunkte wurden abgewiesen. Später wurde ein zweiter Haftbefehl ausgestellt, welcher verfiel, bevor er letzten Oktober mysteriöserweise erneut erhoben wurde, sogar obwohl Interpol ein Statement abgab, in dem sie sich weigerten, eine sogenannte „Red Notice“ für Captain Watsons Verhaftung auszustellen, da die Anfrage laut ihrer Rechtsabteilung nicht die Auflagen von Interpols Verfassung und Regeln erfüllte.

Jetzt meldet sich der elffache Surfchampion und Mitglied des Sea Shepherd Beraterstabs Kelly Slater zu Wort, um die Surfer auf der ganzen Welt um Unterstützung für Captain Paul Watson zu bitten. Am Sonntag schrieb er:

„Diese Angelegenheit kann so nicht weitergehen, wenn für Transparenz gesorgt wird. Zum Beispiel sorgen die Verbindungen und Investitionen von China und Taiwan für die Stärkung der Infrastruktur von Costa Rica dafür, dass Costa Rica vor der Shark-Finning Industrie und der illegalen Fischerei vor der Küste die Augen verschließt, wobei Costa Rica trotzdem den Öko-Tourismus fördert, basierend auf seiner Artenvielfalt und natürlichen Schönheit. Wenn diese Verbindungen ans Licht kommen, wird es für sie unmöglich, die Fäden der Macht im Verborgenen zu ziehen.“

Der Vorfall, um den es geht, wird genauestens in dem preisgekrönten Film „Sharkwater“ dokumentiert, der 2007 erschien und weltweit die Medienaufmerksamkeit auf die schreckliche Realität der korrupten und brutalen Shark-Finning Industrie lenkte. Kürzlich stellte der Filmemacher Rob Stewart ein Video des Vorfalls zur Verfügung (unten verlinkt), um Captain Watsons Unschuld zu beweisen, was man sich unten ansehen kann.

Slater fügte hinzu: „Die Situation, in der sich Captain Watson befindet, beleuchtet jetzt auch diese dunklen Ecken. Es ist jetzt nur noch eine einfache Entscheidung für die Regierung, den Haftbefehl aufzuheben und Captain Watson freizulassen, wenn man bedenkt, dass der gesamte Vorfall, bei dem er die illegalen Wilderer konfrontiert hat, auf Video festgehalten wurde. Das Video macht die Faktenlage deutlich und da stellt sich natürlich die Frage nach den Hintergedanken derer, die Captain Watson trotz dieser Fakten weiterhin verfolgen. Keine Person auf dem Boot wurde damals verletzt und Watson befolgte die Anweisungen von guatemaltekischen Regierungsbeamten, während er unter Berufung auf das UN Protokoll die Natur schützte. Er hatte bereits ein Bußgeld gezahlt und wurde freigelassen, aber irgendjemand hat wohl immer noch irgendwo anders auf der Welt ein Hühnchen mit ihm zu rupfen, und demjenigen wird fälschlicherweise hinter geschlossenen Türen durch finstere Regierungsmächte geholfen.

Sollte es wirklich zu einer Auslieferung Captain Watsons nach Costa Rica kommen, wird er auf keinen Fall einen fairen Prozess bekommen und seine Sicherheit könnte nicht garantiert werden. Zwischen den illegalen Aktivitäten der japanischen Walfangindustrie und der berüchtigten Shark-Finning Mafia in Costa Rica hat Captain Watson sich in seinen 40 Jahren an der Front einige einflussreiche Feinde gemacht, die seine sehr erfolgreichen Bemühungen zur Einhaltung der globalen Naturschutzgesetze und zum Schutz der Meere stoppen wollen. Die Shark-Finning Mafia, die illegal in Costa Rica agiert, könnte Captain Watson mühelos Schaden zufügen und eine Auslieferung nach Costa Rica könnte darin resultieren, was Captain Watson selbst als „sicheres Todesurteil“ beschrieben hat.

Am 23. Mai ist ein Aktionstag für die Freiheit von Captain Watson geplant, der vor deutschen Botschaften und Kosulaten auf der ganzen Welt stattfinden soll, um die Auslieferung nach Costa Rica zu stoppen und Captain Watson zu befreien. An diesem Tag wird die Präsidentin Costa Ricas, Laura Chinchilla, bei der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin zu Gast sein. Bitte besucht die Sea Shepherd Website für weitere Informationen über Events in deiner Nähe. – Deborah Bassett

Captain Watson hat den Großteil seines Lebens damit verbracht, diejenigen zu schützen, die keine Stimme haben. Jetzt ist es an uns, ihm eine Stimme zu geben. Bitte kontaktiert höflich die zwei Leute, die die Macht haben, Captain Paul Watson zu befreien.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
Bundesjustizministerin
Deutscher Bundestag
Platz der Republik
11011 Berlin
Telefon: 030 – 227 751 62
Fax: 030 – 227 764 02
E-Mail: sabine.leutheusser-schnarrenberger@bundestag.de

Bundesministerium für Justiz
Mohrenstrasse 37
10117 Berlin, Germany
Telefon: +49 (030) 18 580-0
Fax: +49 (030) 18 580-9525
Dr. Guido Westerwelle

Außenminister
FDP-Bundestagsfraktion
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Telefon: 030 / 22771636
Fax: 030 / 22776562
E-Mail: guido.westerwelle@bundestag.de

Tags:

Du kannst alle Antworten zu diesem Eintrag via RSS 2.0 Feed erfolgen. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

Kommentare sind geschlossen.