Sie erwarten Ihren ersten Windhund?

 

Vielleicht ein aus ?

Damit ihr erster Windhund nicht zu den armen Geschöpfen gehört, die für die Unwissenheit oder Gedankenlosigkeit ihrer Menschen bezahlen müssen, womöglich sogar mit ihrem Leben, erlaube ich mir Ihnen ein paar Hinweise zu geben.

Falls Sie noch keine Windhund/Galgo – Erfahrung haben, möchte ich Sie unbedingt auf das Risiko der ersten Tage oder Wochen hinweisen, das ganz besonders mit unguter Erfahrung und Ihnen unbekannter Vergangenheit und Prägung betrifft.

Z.B. , die – WIE GUT – zunehmend gerettet werden und in Familien leben können, werden zurecht als liebevolle Familienhunde beschrieben. Das ist in der Regel auch zutreffend. ABER über die “andere Seite” wird man als Windhundneuling nicht unbedingt aufgeklärt. Verantwortungsbewusste Tierschutzorganisationen, die selbst das Wesen von Windhunden kennen, sich vielleicht auf Windhunde spezialisiert haben, tun dies allerdings. Denn Windhunde sind absolute Spezialisten, auch wenn der Galgo im Wesen ein gemäßigter Windhund ist. Sie verhalten sich in vielen Situationen völlig anders als andere , müssen manchmal völlig anders behandelt werden. Selbst wer noch so viel Hundeerfahrung hat, kann durchaus an einem selbst einfach zu handhabenden Windhund scheitern.

Haben Sie sich noch bevor der erste Windhund zu ihnen kommt ausführlich über das Wesen, die “Bestimmung” dieser Windhundrasse informiert? Haben Sie auch verstanden was das Wesen der Rasse ihres Neuankömmlings geprägt hat und leitet? Dann kennen Sie die Theorie. Ihr erster Windhund, wenn er normal aufgeweckt ist, wird Ihnen dann zeigen was es in der Praxis bedeutet :-)

Windhunde sind je nach Rasse und Herkunft sehr unterschiedlich, generell sind sie aber SEHR sensibel, sie brauchen engen Kontakt zu einer Bezugsperson die sie versteht und liebt, erst dann zeigen sie diesem Menschen ihr tiefstes Wesen, erst dann vertrauen sie ihm. Fremden geben sie keinen Zugang zu ihrem faszinierenden, bezaubernden Wesen.

Galgos aus Spanien haben in der Regel alles andere als eine gute Vergangenheit, haben selten gute Erfahrungen mit Menschen gemacht, sind womöglich traumatisiert, verängstigt oder gar Angsthunde. Natürlich gibt es auch Galgos die weniger ängstlich sind, gar frei von Ängsten, die sehr schnell Menschen vertrauen können. Davon kann man in der Regel aber nicht unbedingt ausgehen. Sie kennen die Vergangenheit des Hundes nicht, darüber “erzählt” er Ihnen erst nach und nach, im Laufe von Wochen oder Monaten. Sei denn Sie haben im Vorfeld eine wirklich gute Beschreibung, die man wohl am ehesten von Pflegeplätzen erwarten kann. Z.B. in einem Tierheim wird ein Windhund nicht sein wahres Wesen zeigen, da kann er sich durchaus ganz anders verhalten als dann bei Ihnen!

Viel zu oft liest man im Internet, das wieder ein Galgo oder , meistens unsichere oder verängstigte, entwischt sind, wie auch immer. Oft in den ersten Tagen oder nach wenigen Wochen. Natürlich gibt es Situationen, die man wirklich nicht vorhersehen kann, mir geht es hier um die “Schwachstellen”, die vermeidbar sind, vorhersehbar sind.

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Wenn ein Windhund bei Ihnen ankommt, ist er in den ersten Stunden vielleicht total zutraulich, zeigt fast Anhänglichkeit, das kann trügen, am nächsten Morgen kann er sich schon ganz anders verhalten, womöglich erst einmal zurückhaltend bis scheu. Das kann durchaus daran liegen das er für die Reise ein Beruhigungsmittel bekam, in den ersten Stunden oder am ersten Tag alles noch etwas “gedämpft” wahr nimmt oder einfach von der langen Reise erschöpft und müde ist. Er hat noch kein Vertrauen zu Ihnen! Sie sind ihm fremd, die Umgebung ist fremd, er kennt womöglich keinerlei typische Haushaltsgeräusche, weil er wohl kaum jemals ein Wohnhaus von innen gesehen hat. Er kennt vielleicht keine Fahrzeuge, keine Kinder, keinen Straßenlärm. Es ist sogar möglich das ein Galgo noch nie einen einer anderen Rasse sah und auch ihr “anderer” ihm erst mal nicht ganz geheuer ist. Er braucht Zeit um sich daran zu gewöhnen.

Sollte ihr Neuankömmling etwas ängstlich sein, was Sie hoffentlich vorher erfahren können, treffen Sie schon bevor er ankommt Maßnahmen oder bereiten sich darauf vor, ihn gut zu sichern bis er Vertrauen zu ihnen gefasst hat.

Das kann heißen: Alles erhöhte im Garten von Ihrem Zaun weg räumen. Gartenbank, Holzstapel, Komposthaufen, Auto, Mülltonne, größere Blumenkübel … nach paar Wochen oder Monaten, wenn Sie ihn einschätzen können, dürfen Sie es vielleicht wieder hinstellen :-) Er könnte sich erschrecken, eben weil er etwas nicht kennt und flüchten, locker den Zaun überspringen, wenn da erhöhte Hilfen stehen gehts noch einfacher. Wenn Sie einen Garten haben in dem er sich auch aufhalten kann, muss der Zaun nicht nur dicht, auch hoch genug sein. Ein Windhund ist durchaus in der Lage einen zwei Meter hohen Zaun zu überspringen. Nicht nur Angst oder Erschrecken können ihn dazu veranlassen, z.B. auch Nachbars Katze. Besonders aufgeweckte Spezies graben sich in Windeseile auch unterm Zaun hindurch oder drücken sich blitzschnell seitlich am Boden liegend hindurch, wenn sie nebenan etwas entsprechend reizt oder interessiert!

Ist Ihr neuer Schatz im Garten oder Hof, passen Sie beim Öffnen der Gartentür oder des Hoftors auf! Ein einigermaßen pfiffiger Windhund schießt Ihnen so blitzschnell durch die Beine, das Sie die Welt nicht mehr verstehen… Es war doch gar nicht genügend Platz… es war doch nur eine Sekunde offen… er war doch so weit weg… Sie sind nicht nur blitzschnell und enorm wendig, können sich auch ganz klein und dünn machen. Solche Situationen sind große Gefahrenquellen, besonders beim Neuankömmling – um den es hier geht.

Lassen sie einen verschüchterten, unsicheren oder ängstlichen Windhund in der ersten Zeit auf keinen Fall alleine auf den Balkon. Er könnte nicht nur aus einem Schrecken heraus hinunter springen, auch wenn er unten eine Katze oder sonst etwas Interessantes für ihn entdeckt. Sie wissen noch nicht wie er auf verschiedene Reize reagiert. Lassen Sie auch kein Fenster offen stehen, es wäre nicht der erste Galgo, der hinaus springt ohne vorher die Stockwerke zu zählen. Das erlebte ich in den ersten Monaten bei meinem /Galgo, zum großen Glück im Erdgeschoss, als ich bei jemandem zu Besuch war. Der Hund war überhaupt nicht schreckhaft, kein bisschen ängstlich, er kannte die Leute sogar SEHR gut und liebte sie… Ich ging nur kurz hinaus vor die Tür um etwas zu holen, so schnell konnte keiner gucken wie er im Freiflug aus dem geöffneten Fenster schoss!

Sollten sie mit ihm von Anfang an schon spazieren gehen können, was in der Regel der Fall ist, müssen Sie auch bei einem wahrlich “einfachen” Windhund in der ersten Zeit achtsam sein. Benutzen sie anfangs auf gar keinen Fall eine ziemlich lange Leine. Wenn Sie noch keine Windhunderfahrung haben, werden Sie die enorme Startkraft eines Windhundes völlig unterschätzen… und er kann jederzeit etwas entdecken, was seinen Hetztrieb anfacht und er in Bruchteil einer Sekunde startet. Er kann ebenso auch panisch reagieren, sie kennen seine Vergangenheit nicht, kennen sein Verhalten noch nicht. Sie haben mit einer langen Leine kaum eine Chance ihn zu halten, weil ein Windhund schon nach sehr wenigen Metern eine Kraft und Geschwindigkeit entwickelt, der Sie nichts entgegen halten können.
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Mit einer “ausrollbaren” Leine können Sie einen plötzlich startenden Windhund oft überhaupt nicht halten! Der Griff wird Ihnen blitzschnell aus der Hand gerissen! Der Kunststoff rutscht durch den kräftigen schnellen Ruck leicht aus der Hand, da die Haut feucht ist. Dies ist einer der größten Gefahrenquellen für den Halter selbst und für den Windhund insofern, das der Kunststoffgriff laut hinter dem Windhund hinterher poltert, vielleicht auch immer wieder auf den Hund schlägt, der Hund so in Panik gerät und unter Umständen Kilometer weit rast! “Blind” vor Panik über Straßen, Gleise…Die Beine werden von der Schnur zerschnitten, er kann irgendwo hängen bleiben, sich durch den enormen Ruck sogar das Genick brechen, sich regelrecht in der Leine fesseln… er rennt um sein Leben davon. Selbst wenn Sie es schaffen ihren startenden Windhund mit so einer Leine zu halten, können Sie ihrem Hund auch Schaden zufügen, da er bei sechs oder acht Metern bereits eine wahnsinns Geschwindigkeit erreichen kann, was sie dann abrupt stoppen. Stellen Sie sich mal den enormen Ruck vor, den der Hund aushalten muss. Ganz abgesehen davon das Sie selbst bei diesem enormen Ruck mit einer ungeheuren Wucht auf den Boden aufschlagen werden, so sind Sie bestimmt in Ihrem ganzen Leben noch nicht hingeknallt…

Lassen Sie ihren Windhund in der ersten Zeit, bis der Hund wirklich Vertrauen zu Ihnen hat, auf keinen Fall im offenen Gelände frei laufen! Selbst wenn er “brav” bei ihnen bleibt, es kann jederzeit etwas auftauchen dem er nachhetzen will oder ihn erschrecken und weg ist er. Und dann kriegen Sie ihn mal, das ist in den ersten Tagen nicht selten fast nicht möglich, weil er noch nicht weiß wo er hingehört, vielleicht durch einen Schreck verstört ist und sich vielleicht von niemandem anfassen lässt, er womöglich sein “letztes Zuhause” und wenn es ein Tierheim war, sucht. Es war ihm immerhin vertraut… Er vertraut Ihnen noch nicht, fühlt sich bei Ihnen noch nicht sicher, liebt Sie NOCH nicht.

In der Dämmerung kann sich Ihr Windhund ganz anders verhalten als tagsüber. Dann steigert sich seine Hetzbereitschaft enorm, auch ohne das er einen “Reiz” sieht. Er sucht dann regelrecht, kann angespannt sein, läuft nicht mehr so “schön brav” an der Leine, ist jede Sekunde startklar.

Wenn Sie ihn abgeleint laufen lassen möchten, versuchen Sie ein größeres eingezäuntes Grundstück ausfindig zu machen, wo es gefahrlos möglich ist. Da können Sie wunderbar testen ob Ihr Hund auf Zuruf zu Ihnen kommt oder es mit ihm gefahrlos üben. Inzwischen gibt es in manchen Regionen planmäßige “Windhundausläufe”, – die finden Sie im Internet – wo sich Leute mit ihren Windhunden treffen, Windhunde mit ihres Gleichen sicher (eingezäunt) miteinander toben können.

Sichern sie ihn ganz besonders anfangs mit Halsband UND Geschirr. Wobei Sie damit rechnen müssen, das ein Windhund in Panik aus beidem heraus kommt. Informieren Sie sich nach einem sicheren Geschirr. Ein wirklich sicheres Halsband gibt es nicht für Windhunde. Warum? Weil beim Windhund der Hals kräftiger ist als der Kopf. Beim Windhund ist die Form vom Halsansatz bis hin zur Schnauze ein sehr langes spitzes Dreieck, da kann nichts halten. Die leicht verstärkte Partie der Ohrmuschel stoppt ein Halsband nicht, weil das weicher Knorpel ist. Ein einziger kräftiger Ruck nach hinten und er entwischt aus jedem Halsband! So schnell können Sie gar nicht gucken geschweige reagieren, wenn Sie unerfahren sind. Auch aus breiten “Windhundhalsbändern” entwischt er. Und schmalere “Würgehalsbänder”, aus denen er nicht entwischen kann, weil es ihm praktisch mit einem enormen Ruck die Kehle zu schnürt – besser zu reißt, verwenden Sie hoffentlich nicht! Wenn Sie ein super schnelles Reaktionsvermögen besitzen und verdammt viel Kraft, können Sie ihn vielleicht damit halten, aber ob das sein Kehlkopf und seine Nackenwirbel schadlos aushalten bezweifle ich. Wenn er schon etwas Vertrauen zu Ihnen entwickelt hatte ist es durch so ein heftiges und schmerzhaftes “Würgeerlebnis” garantiert hinüber! Und wenn er noch kein Vertrauen zu Ihnen hat, kriegt er dadurch wohl auch keins mehr. Ohne enge Bindung durch Vertrauen gibt es kein freudvolles Zusammenleben mit einem Windhund.

Es gibt übrigens auch nicht wenige Windhunde, die man niemals frei laufen lassen, außer in einem eingezäunten, sicheren Gelände. Wenn sich Windhundhalter dazu entschließen, neigt man schnell dazu ihre Entscheidung entsetzt zu kritisieren. “Die armen Hunde….”. Selbst ich neige dazu so zu denken. Aber das ist nicht richtig! Windhundhalter, die sich dazu entschlossen haben, können in der Regel ihren Hund sehr gut einschätzen und sind sich dem Risiko bewusst. Sie handeln verantwortungsbewusst. Wer seinen Hund wirklich liebt, wird in so einem Fall für eine für den Windhund sichere Möglichkeit suchen das er sich auspowern und genug bewegen kann.

Sollte Ihr Windhund, warum auch immer starten, laufen Sie niemals mit! Es muss ihnen gelingen ihn nach vielleicht drei Schritten zu stoppen, lehnen Sie sich notfalls als Gegengewicht zurück um das zu schaffen. Wenn Sie sich nach vorne beugen haben Sie schon so gut wie verloren, vor allem wenn sie mehr als zwei drei Schritte mit laufen, können Sie nicht anders als weiter zu laufen oder los lassen. Im Lauf gelingt es Ihnen aber mit jedem weiteren Schritt zunehmend weniger ihn zu halten. Das kann soweit gehen, das Sie bereits nach sechs Schritten nicht mehr nachkommen und er sie einfach mit schleift. Ich habe mit eigenen Augen gesehen wie ein Afghane sein Frauchen quer über eine befahrene Straße schleifte, nur weil ihr Hund meine Hunde auf der anderen Straßenseite begrüßen wollte… Und meine Herren, das wäre Ihnen genau so passiert, sei denn Sie sind in der Lage unter Zug bis 70 km/h zu laufen :-)

Ziehen/zerren Sie einen Windhund niemals an der Leine, wenn er nicht so läuft wie Sie sich das gerade vorstellen!!! Ganz besonders bei einem Neuankömmling der ihnen noch nicht vertraut haben sie dadurch bei ihm schon verspielt, aber richtig. Zwei Möglichkeiten hat der Windhund wenn Sie das tun, entweder er ruckt sich gleich in weniger als einer Sekunde nach hinten aus dem Halsband heraus und weg ist er oder er wird bockig wie ein Esel, macht nun gar nichts mehr. Das gleiche kann auch passieren wenn Sie ihn laut anschnauzen!

WENN Ihr Windhund “bockt”, sich stur wie ein Esel zeigt, verstehen Sie ihn nicht. Er streikt damit gegen etwas, was ihm gegen seine Natur geht, wozu er vielleicht gar nicht in der Lage ist oder Ihr Ton ist zu hart, vielleicht sind Sie auch zu nervös und genervt. Ein solch enorm feinfühliges Wesen, das selbst noch unsicher ist, könnte damit vielleicht überhaupt nicht zurecht kommen und streikt. Das Windhunde generell stur sind, stimmt schlichtweg nicht, sie sagen Ihnen damit etwas.

Kommen Sie niemals auf die Idee der Windhund müsse sich ihnen unterwerfen, Sie müssten ihm von Anfang an zeigen wer hier der Boss ist, das wird Ihnen nicht gelingen und Sie haben ganz klar die völlig falsche Rasse für sich gewählt! Er wird sich nicht unterwerfen! Niemals! Einzig aus purer Angst vor Ihnen, aber das wünsche ich keinem Windhund und Ihnen würde die Freude an so einem wundervollen, sensiblen Tier ganz schnell vergehen. Ein Windhund wird ihr Partner sein, wenn sie ihn verstehen, schätzen und lieben. Dann sogar sehr schnell, ein Wunder werden Sie dann sogar erleben, denn er tut dann alles für Sie, ist dann recht leicht erziehbar, aber eben freiwillig auf der Basis einer tiefgründigen und vertrauensvollen Bindung (die man nicht erlernt sondern die entsteht und gedeiht) und nicht weil Sie das gerade jetzt durchsetzen wollen.

Wenn Sie ihren Windhund abholen, ob am Flughafen, an einem Treffpunkt wo der Transport ankommt oder dergleichen, geben Sie ganz besonders acht. Die Übergabe ist bei einem verängstigten Windhund ein Schwachpunkt. Sie “kennen” ihn schon, ob per Beschreibung oder Bild, aber er kennt Sie nicht! Sie könnten als Fremder, wenn er entsprechendes erlebt hat, in den ersten Stunden eine “Gefahr” für ihn sein. Da Sie logischer Weise sogar besonders auf ihn zu gehen, sind Sie es bei einem ängstlichen Hund schon deswegen.

Einen wirklichen Angsthund lassen Sie lieber bis Sie Zuhause sind in der Flugbox. Klar will man den Hund so schnell wie möglich daraus befreien und versorgen, ihn endlich streicheln. Aber das Risiko ist bei einem wirklich verängstigten Hund viel zu groß, ich würde da auf jeden Fall auf Nummer Sicher gehen und ihn erst im sicheren Zuhause aus der Box lassen. Man kann ihm auch mit aller Vorsicht in der Box Wasser und etwas Futter anbieten. Ich möchte noch einmal betonen, so verängstigt sind trotz schlimmer Erlebnisse nicht alle, erstaunlich wenige sogar, aber es gibt sie und wenn man nur ungenügend Infos im Vorfeld hatte muss man immer der Sicherheit Vorrang geben. Selbst wenn Sie ihn sicher bis zum Auto führen konnten, kann er noch Fluchtreaktionen zeigen wenn Sie die Autotür öffnen um selbst einzusteigen oder Zuhause auszusteigen und er kann sich weiß Gott blitzschnell durch jede schmale Lücke quetschen! Ich habe schon mehrere (extreme) Angsthunde aufgenommen. Bei einem Windhund hatte ich keine Infos im Vorfeld über sein Wesen und ich holte ihn sofort nach den Ankunft aus der Flugbox… hätte ich nicht so viel Angsthunderfahrung wäre er ganz sicher schon am Flughafen entwischt. Er war ein extremer Angsthund! Er brach schon am Flughafen x mal in heftigster Panik aus als er Männer sah, sich Türen automatisch öffneten, ein Bus vorbei fuhr, bei jedem Geräusch, beim Autotür öffnen… . Ich übernahm aber ebenso auch schon Windhunde, auch misshandelte, die niemals eine Fluchtreaktion zeigten. Das kann man aber nicht immer schon in den ersten Minuten erkennen, wo durchaus eine Gefahr bestehen kann das der Hund aus verschiedenen Gründen entwischen kann.

Gerade bei Galgos kann es sein, das sie richtig Angst vor Männern haben. Das ist nicht rassetypisch, es ist LEIDER Erfahrung an ihrem eigenen Leib.

Bedrängen Sie Ihren Neuankömmling nicht, wenn er sehr schüchtern oder ängstlich ist, überschütten Sie ihn nicht mit Ihrer Freude und Liebe, es könnte eine Bedrohung für ihn sein, Sie erschweren ihm damit Sie in Ruhe zu beobachten und kennen zu lernen. Geben Sie ihm Gelegenheit auf Sie zuzukommen. Beobachten Sie seine Signale, daran können Sie gut ablesen wie weit er Ihre Zuneigung schon erträgt und sie ihm gut tun, er zeigt es ihnen deutlich! Dies sind die gleichen Signale die auch jeder andere Hund verwendet. Sollte er recht ängstlich sein, können auch Sie gut mit diesen Beschwichtigungssignalen (Kalmingsignale) arbeiten, das ist die Sprache die Hunde klar verstehen, einen Teil davon können wir Menschen auch gut anwenden.

Ungünstig ist, wenn sie bei einem nicht ganz einfach zu handhabenden Hund Unsicherheit zeigen. Sollten sie diese spüren, zögern Sie nicht Hilfe zu suchen! Es gibt genügend Foren in denen Sie darüber lesen können oder über Ihr Problem schreiben. Sie werden Hilfe finden, wenn Sie sie suchen. Fehler die sich bereits eingeschlichen haben sind schwierig wieder gerade zu biegen. Ihre Unsicherheit spürt der Hund und kann somit selbst nicht sicher werden, bei einem ängstlichen Hund fördern Sie damit eher noch seine Angst. Ihre eigene Sicherheit bedeutet für ihn besonders anfangs, wenn er selbst vielleicht noch unsicher oder ängstlich ist, Schutz, Geborgenheit, Sicherheit, geliebt werden, seinen Platz im Rudel haben. Der Anfang einer wachsenden Bindung, der Weg zu einem stolzen, sicheren und zufriedenen Windhund.

Eines möchte ich Ihnen noch ans Herz legen, falls Sie irgend welche Probleme, Problemchen oder Unsicherheiten haben, suchen sie Kontakt zu anderen Windhundleuten, die haben in der Regel die richtige Erfahrung. Alles was man genau in so einer Situation bei “anderen Hunden” erfolgreich anwendet, kann beim Windhund das ganze Gegenteil bewirken! Selbst so manche Hundeschulen haben schon die falschesten Tipps gegeben wie jemand z. B. mit seinem Galgo umgehen sollte und es endgültig geschafft aus einem Windhund einen sturen Esel zu machen. Hund ist eben nicht gleich Hund. Windhunde sind in sehr vielen Punkten völlig anders! Nicht nur körperlich, auch im Wesen. Sie sind eher wie eine Mischung aus Wildhund und Katze. Auch der Galgo, der eher ein gemäßigter, leichter zu führender, aber sehr temperamentvoller Windhund ist.

Ich möchte Sie mit meinen “Guten Ratschlägen” auf gar keinen Fall verängstigen oder abschrecken! Wenn Sie sich vor “Anschaffung” Ihres Windhundes gut über die Rasse informiert haben, wissen Sie eh wozu sie im äußersten Fall in der Lage sein KÖNNTEN und ich habe Ihnen nichts Neues mit auf den Weg gegeben.

Ja es sind Spezies, aber so unglaublich faszinierende, das man all die kleinen Problemchen mit Freuden löst oder sich selbst anpasst – so wie man automatisch den “Hasenblick” bekommt. Das soll heißen, man sieht alles was sich (weg) bewegt zu erst, noch vorm Windhund, der es wahrhaft sehr schnell entdeckt. Es geht alles wie von selbst, man muss nicht mehr über diese speziellen Eigenheiten nachdenken. Nur der Anfang KANN halt gefährlich sein, WENN man sich dessen nicht bewusst ist. Und mir blutet jedes mal das Herz wenn wieder ein neu (angekommener) Windhund auf nimmer wiedersehen verschwand oder überfahren wurde.

Und nun wünsche ich Ihnen das Sie mit Ihrem Windhund eine ganz großartige und enge Freundschaft erleben, eine so einzigartige und schöne, wie sie so viele “Windhundleute” genießen und so sehr schätzen. Aber Vorsicht! Windhunde machen süchtig :-)

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http://www.rubis-arche.de

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