Die Selbstmorde der Galgos

Sonntag, 20. Januar 2008

Quelle & Zitat: sos-galgos.net

MARUJA TORRES
Suicidados
El Pais

Anfang des Monats setzte ein mit dunklem Fell und unendlich traurigen Augen seinem Leben ein Ende. Er erhängte sich an einem Baum nahe von Gerena, einem der Orte in , in denen jedes Jahr tausende von gemeinsam Selbstmord begehen. Einige geben sich auf und sterben vor Hunger und Durst; andere hängen sich an ihren eigenen Läufen auf. Was kann zu diesen außergewöhnlichen Vorfällen führen, die sich Jahr für Jahr besonders in Extremadura und Andalusien wiederholen? Gehören diese einer geheimen Sekte an? Es ist bemerkenswert, dass der in einem bedauernswerten Zustand aufgefundene aufgehängte sich sogar das Ohr abgeschnitten hatte, in dem sich sein Idenfikations-Chip befand. Das bedeutet, dass er auf jeden Fall unerkannt bleiben wollte. Unglaublich ist jedoch, dass er offensichtlich seinen Entschluss bereute und den dünnen Strick durch biss, mit er sich aufzuhängen versuchte, was ihm auch gelang, obwohl ein Teil dieses Stricks tief in seinen Hals eindrang und ihm Wundbrand verursachte. Mitleidige Seelen konnten das Tier retten und anscheinend auch davon überzeugen, nicht wieder gegen seinen teuersten Besitz vorzugehen. In anderen Ländern können sich diese sanften Vierbeiner für den Beruf des Maskottchens oder sogar, wie in Dänemark, des Helfers bei der Therapie von Autistenkindern entscheiden, statt auf Rechnung anderer hinter Hasen herzulaufen. Leider werden sehr wenige von den Galgos, die sich in Spanien auch dieses Jahr wieder umbringen werden, zu retten sein.

Der vorhergehende Artikel will in keiner Weise die ausgeprägte Empfindsamkeit derer verletzen, die Galgos für die Jagd züchten und sie nach zwei Jahren mit den oben genannten Methoden beseitigen.

Aber als gute Spanierin – ich darf das endlich einmal sagen – verlange ich von
Frau Narbona und sogar vom Herrn König, dass diesen grausamen Praktiken mit den Galgos endlich ein Ende gesetzt wird. Der Brauch wurde übrigens vor Jahrhunderten durch ein königliches Dekret eingeführt.

Quelle

Maruja Torres ist Schriftstellerin und widmet sich seit 21 Jahren dem Journalismus, obwohl sie in diesem Gebiet keine akademische Ausbildung hat. Der erhangene Galgo Ocho hat sie zu diesem Artikel animiert.

Tags: , , , , ,

Du kannst alle Antworten zu diesem Eintrag via RSS 2.0 Feed erfolgen. Du kannst einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback von deiner eigenen Seite.

Hinterlasse eine Antwort

XHTML: Diese Schlagwörter kannst du nutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>