Abys Geschichte

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Auf den nächsten Seiten kannst Du die Geschichte von der Rettung einer Galga (spanischer Windhund Hündin) lesen.*

Das hier ist Aby, um die es in der Geschichte gehen wird:

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Aby wurde von spanischen Tierschützern in September 2007 in Madrid gefunden. Sie fristete ihr Leben als Straßenhund und hatte einen unbehandelten Bruch am rechten Hinterbein. Der Bruch muss ihre sehr großen Schmerzen verursacht haben.

Als Aby ins Forum eingestellt wurde, war sie bereits operiert worden und wir bekamen auch gleich neue Bilder von ihr und Bilder ihrer Röntgenaufnahmen von ihrem Beinbruch zu sehen.

Das ist hier der Beinbruch….

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…. und das ist die Röntgenaufnahme vom operierten Bein:

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Die Galga war sehr abgemagert – ähnlich wie viele andere die man auf den Straßen Spaniens findet. Sie muss bereits wochenlang gehungert haben.
Freiwillige Helfer von ANAA – Asociación Nacional Amigos de los Animales, http://www.anaaweb.org/ – haben die Hündin in einem Zwinger des Tierheims untergebracht.

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Zu Abys Pech hat sich für sie so schnell keine Pflegestelle gefunden. Vielleicht weil sie leishmanioseverdächtig war. Es ist nun mal so, dass viele doch lieber einen gesunden zu sich nehmen bzw. adoptieren wollen und eine medizinische Weiterbetreuung sicher gestellt sein musste.

Die gesundheitlich angeschlagene Hündin konnte das Leben im Tierheim leider nicht gut verkraften. Als Notlösung wurde sie von einer spanischen Familie in Pflege genommen.

Dann – als hätte Aby bis zu diesem Zeitpunkt nicht genug Pech gehabt – floh sie unter unglücklichen Umständen am 9. November 2007 von der Pflegestelle. Da sie sehr schüchtern war, ließ sie sich leider nicht wieder einfangen.

Auch in Madrid sind die Winter sehr kalt. Deswegen suchten die Tierschützer verzweifelt nach Aby. Man war sicher, dass sie – frisch operiert und auf Medikamente angewiesen – den Winter im Freien nicht überleben würde.
Eine Zeit lang hat man sie noch in der Gegend streunend gesehen, wo sie entlaufen war. Sie konnte auch angefüttert werden – doch einfangen ließ sie sich nicht. Eine spezielle Lebendfalle wurde eingesetzt, aber auch mit ihrer Hilfe konnte Aby nicht eingefangen werden.

Später sah man Aby mit einem gebrochenen Vorderbein… Sie wurde – vermutlich wegen ihrer Schmerzen – noch scheuer als sie ohnehin schon war.
Dann verschwand sie für Wochen.
Wir, die ihr Schicksal hier im Forum verfolgt haben, glaubten dass sie bereits tot sei.

Doch Aby wurde Mitte Februar 2008 wieder gesehen. Sie war ängstlicher denn je. Man konnte sich ihr gar nicht nähern.
Dann verschwand sie. Monate vergingen. Der Winter war schon vorbei, der Frühling war gekommen und verging auch wieder… und ein Teil des Sommers auch.

Am 26. Juni 2008 klingelte das Telefon beim ANAA. Die Anruferin sagte, dass sich Aby seit dem 19. Juni in der Tötung befindet und am nächsten Tag getötet werden sollte.
Die Tierschützer fuhren direkt zu der Tötung um die Galga dort abzuholen. Doch die Mitarbeiter der Tötung zeigten sich nicht kooperationswillig. Sie wollten die Hündin nicht herausgeben. Das, obwohl Aby einen Mikrochip hatte und deswegen eindeutig als der entlaufene Schützling des Tierschutzvereins zu identifizieren war.

Der Zuständige bestätigte noch mal den Tötungstermin für den nächsten Tag. Er meinte dass er den Hund nur dann herausgibt wenn er ein offizielles Schreiben vorgezeigt bekommt.
Da wegen des kurzen Zeitraums bis zu der geplanten Tötung ein solches Schreiben kaum zu bekommen war, drohten die Tierschützer ihm mit einer Anzeige für den Fall wenn sie die Galga nicht ausgehändigt bekommen.
Trotzdem mussten sie die Tötung an diesem Tag ohne Aby verlassen.

Doch am nächsten Tag waren die Leute von ANAA wieder da und diesmal haben sie Aby mitnehmen dürfen.

Währendessen stellte sich heraus wie Aby am 19. Juni gefunden wurde. Sie lag auf der Straße und konnte sich nicht mehr erheben um wegzulaufen als sich Mitarbeiter der Tötung ihr näherten.
Da sie bereits in einem sehr schlechten Zustand war, kümmerten sich die Mitarbeiter der Tötung nicht mehr um sie. Man schätzte sie als ein hoffnungsloser Fall ein, der ja sowieso bald getötet werden sollte. So verbrachte Aby eine Woche in der Tötung.

Die wohl einzige Mitarbeiterin der Tötung, die noch etwas für Tiere übrig hat – jene Dame die ANAA angerufen hat – sagte über Aby nur dass „Die Galga isst und trinkt zumindest noch“.
Das klang gut denn – wie man auf den Bildern sehen kann – Aby war bereits kurz vor dem Kollaps.

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Die Tierschützer haben sich entschieden, Aby einzuschläfern wenn der Tierarzt ihren Zustand als hoffnungslos einschätzen würde. Zumindest hätte man in dem Fall das wohltuende Gefühl, dass Aby in Würde sterben konnte, umgeben von Menschen, die sie lieben – statt in der Tötung umgebracht zu werden.
Ich weiß nicht, wie die Entsorgung der Tiere in der Madrider Tötung gehandhabt wird aber bekannt ist, dass nicht alle Tötungen Geld für die Spritze ausgeben wollen, also für die humane aber vergleichsweise teure Tötung von Tieren.
Ich gehe jetzt besser nicht ins Detail.

Glücklicherweise hatte der Arzt noch etwas Hoffnung für Aby gesehen. So konnte die Euthanasie von der Liste der Optionen genommen werden.

Zu dem verheerenden Ergebnis der ärztlichen Untersuchung kam erschwerend hinzu, dass Aby sich selber aufzugeben schien als ANAA sie endlich übernehmen durfte.
Der Tierarzt hat Aby so gut es ging versorgt. Er hat ihre Wunden gesäubert und versorgt. Leider war die Galga sehr stark anämisch und dehydriert. Ihre Nieren arbeiteten noch einigermaßen – so konnte man mit der Medikation beginnen.

Aby war damals so schwach, dass die größte Leistung die sie vollbringen konnte war, dass sie versucht hat, nicht unter sich zu pinkeln. Sie schleppte sich auf drei Beinen von ihrem Schlafplatz weg um sich anderswo zu erleichtern.

Aby bekam Antibiotika, Schmerzmittel und Aufbaumittel damit ihre Kondition sich ein bisschen verbesserte. Ihre Wunden wurden regelmäßig sauber gemacht. Aus den Wunden traten noch mehrere Tage lang diverse pflanzliche Teile aus.
Wegen ihrer geschwächten Nieren musste man mit der Dosierung von Medikamenten sehr vorsichtig sein. Parallel zum Kampf gegen die Bakterien versuchte man Aby von den Heeren der Außen- und Innenparasiten zu befreien die ihre Lebenskraft entzogen hatten.

Die so gut wie einzige gute Nachricht war, dass die im Herbst 2007 eingebauten Metallplatten in Abys Hinterbein gehalten haben. Da die Hündin aber seit der Operation die ganze Zeit gehungert hat, war die Knochenheilung nicht zufrieden stellend und es konnte sich am Bein keine Muskulatur bilden.

Das Problem war in erster Linie Abys Vorderbein. Dieses hätte man sofort operieren sollen – doch Abys Gesundheitszustand war nicht hinreichend gut genug für eine OP. Sie hätte eine OP zu dem Zeitpunkt höchstwahrscheinlich nicht überlebt.
Dieses Dilemma ist den spanischen Tierschützern leider allzu gut bekannt. In werden regelmäßig gefunden die teilweise schwerste Verletzungen haben – doch man kann sie nicht sofort operieren weil sie so abgemagert sind dass sie eine Narkose nicht überleben würden.
Die streunenden Hunde werden oft Opfer von Autounfällen oder sie treten in illegale Fallen – und verlieren die eingeklemmte Extremität in der Falle wenn sie sich um jeden Preis von der Falle befreien wollen.

Mitte Juli ging es Aby immer noch nicht so gut, dass man ihr Vorderbein operieren hätte können. Ihr Blutbild hatte sich etwas verbessert… um sich danach wieder zu verschlechtern. Man hatte bei der Galga eine nicht-regenerative Anämie festgestellt.
Obwohl aus ihren Wunden keine weiteren pflanzlichen Teile ausgetreten waren, konnten sie immer noch nicht heilen. Die Antibiotika haben nicht gegriffen, man wollte andere Antibiotika einsetzen.

Aby, die bis zu diesem Zeitpunkt im Tierheim einen relativ normalen Appetit hatte, verweigerte das Futter. Ein denkbar schlechtes Zeichen…

(*Bilder und Daten mit freundlicher Genehmigung des TSV Far from Fear e.V. http://far-from-fear.de/ , Abys derzeitige Pflegestelle)

Da es mittlerweile klar geworden ist, dass Aby es nicht schaffen würde wenn sie im Tierheim bliebe…

HIER geht es weiter…

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