“Mein Podenco”

Thema: “Mein
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(Auszüge)

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Ich greife jetzt mal Zaubermaus’ Idee auf und beschreibe kurz meine Podencos, die alle grundverschieden sind.

AXEL, 6 Jahre, Ibicenco (im Signaturbild links)
- wurde mit einem halben Jahr vom Züchter nach Son Reus gebracht und von Tierschützern wieder rausgeholt, danach 3,5 Jahre Tierheim, seither bei mir
- ist der langsamste aller Podencos, permanent im Energiesparmodus, es sei denn, ein Hase taucht am Horizont auf – echt oder auch falsch (Rennbahn) – dann erwacht er zu ungeahntem Leben.
- Spielen ist nicht mehr seins, Schmusen dagegen sehr (“born to schmuse”). Andere interessieren ihn nicht, es sei denn, sie haben Hasengröße .
- Er läuft meist frei, weil er eh Mühe hat, mit mir mitzukommen; mäuselt gerne und viel und behält mich im Auge.
- Abrufbar ja, schon, irgendwie, aber bis der mal 100m zurückgelegt hat, kriegst Du kalte Füße …
- wäre ideal als Therapiehund fürs Altersheim und ist auch mein Therapiehund

BALDUR, 3 Jahre, Ibicenco (im Signaturbild Mitte)
- von Tierschützern als Welpe in Es Cubells, Ibiza, geklaut, sofort nach Deutschland gekommen, innerhalb eines Jahres dreimal vermittelt und zurückgekommen, seither bei mir – mein 1. Podenco!!
- Jagdtrieb mäßig, aber vorhanden
- super mit Pfeife abrufbar
- wird schnell nervös, wenn er mich nicht mehr sehen kann
- ein toller Kerl!

MIEL, 2 Jahre, Ibiceno (im Signaturbild rechts)
- im Tierheim auf Mallorca geboren von einer ausrangierten Zuchthündin, die hochtragend nach Son Reus kam
- die ersten eineinhalb Jahre reizarm im Tierheim aufgewachsen, dann zunächst als Pflegehund zu mir, jetzt 1 Jahr bei mir
- mein schönster Ibicenco, und auch vom Wesen aus dem Bilderbuch: athletisch, hochbeinig, sprunggewaltig, sehr schnell und mit Mörderjagdtrieb. Bis heute nur für kurze Runden im Spiel ableinbar, aber auch da bin ich dem Herzinfarkt nahe, weil er soooooo große Runden dreht
- hat mich schon viele Nerven und viel Geld gekostet, weil er anfangs völlig panisch war, wenn ich nicht da war
- kann Türen öffnen, Schlüssel rumdrehen, Riegelverschlüsse öffnen, durch kleinste Löcher schlüpfen, ein wahrer Entfesselungskönig (deshalb auch “der große Hundini” genannt)

PELLE, 1 Jahr, Ibicenco (der Langhaarige)
- vom Jäger ausrangiert mangels Jagdtrieb, seit drei Monaten bei mir
- läuft in risikoarmen Gebieten tatsächlich schon frei, weil anhänglich und tatsächlich wenig Jagdtrieb
- ansonsten völlig verspielt und albern, ein totaler Clown, bringt mich so oft zum Lachen und nicht nur mich – sein Anblick lässt auch die Leute auf der Straße schmunzeln!
- ein Traumhund!!!

GRACE, 1 Jahre, Ibicenco (Pflegehündin)
- ging wohl bei der Jagd verloren und wurde aufgegriffen, aber in sehr gutem Zustand und mit Halsband, dennoch hat sie keiner gesucht
- Bilderbuch-Ibicenca, total athletisch, pfeilschnell, sprunggewaltig, ordentlicher Jagdtrieb, aber superanhänglich, lernt sehr schnell und wird mit konsequentem Training ableinbar werden, darauf wette ich

Tobby, 8 Jahre, 35cm-Podenco Andaluz (Pflegehund)
- hing 8 Jahre an der Kette, bevor man ihn doch satt hatte und in die Perrera gab
- hat langsam begriffen, wie schön menschliche Nähe ist und ist total dankbar
- hat ordentlichen Jagdtrieb und wird bis auf Weiteres nicht ableinbar sein, da man den Winzling im hohen Gras und bei seiner roten Farbe ja auch so schnell nicht mehr sieht.
- dafür läuft er super an der Leine und genießt die neue Freiheit beim Toben im Garten

ALLESAMT GRANDIOSE HUNDE, DIE MICH HÖCHSTENS DURCH IHRE SCHIERE ANZAHL MANCHMAL STRESSEN, ABER NICHT DURCH IHRE ART.

So, jetzt ihr.

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Emmy:


Emmy in

Emmy bei uns
Emmy, ehemals Amalia, Podenco Ibicenco, kommt von Mallorca, wahrscheinlich um die 6-7 Jahre alt (wir wissen es nicht, kein Geb.Datum im Pass). Vom Wesen her eher älter. Wurde in Spanien im TH abgegeben, wahrscheinlich ausrangierte Zuchthündin, von TS “gerettet” (in Anführungszeichen, weil sie 1Jahr! bei ihr auf der Terrasse an einer 1m langen Kette hing!), kam dann auf Pflegestelle nach D und ist seit 14.Januar 2007bei mir.
Sie ist ableinbar (ausser im Wald) weil sie wegen ihrer kaputten Füßchen nicht so schnell rennen kann wie die anderen (fällt schon auch mal über ihre eigenen Beinchen, wenn sie zu flott unterwegs ist  und ihr Jagdtrieb sehr unausgeprägt ist, Emmy sucht lieber hingebungsvoll nach Mäuschen und hüpft nach ihnen, ab und an hängt sie sich aber auch an meinen Rockzipfel und trottet hinterher. Emmy wird liebevoll “Wackeltante” genannt. Sie schaukelt beim schneller laufen auch schonmal gern wie ein Schaukelpferdle hinterdrein  Emmy war am Anfang sehr unsicher, was unsere Hunde betrifft. Wollte immer schlichten, wenn Molly und Noelle gespielt haben. Das kannte sie überhaupt nicht. Emmy ist eine sehr soziale Hündin, die Streit unter Hunden unterbinden möchte. Manchmal ist sie dabei ein bisschen zu gewissenhaft
Emmy hat ein sehr liebevolles Wesen. Sie ist im Haus ständig hinter mir her. Verlasse ich den Raum geht sie auch, mache ich Anstalten aufzustehen, ruckt es auch durch ihren Körper usw. Sie hat das Pfötchengeb-Syndrom und ist unglaublich zart und sensibel. Kuschelfaktor extrem hoch!

Marquess:

(ehemals Cala Boix) in Spanien

Marquess bei uns
Marquess, Podenco Ibicenco, Es Cubells – Ibiza, ca. 2000 geboren. Bisher auf der Straße gelebt. Seit September 2007 bei uns in Pflege.
Marquess kannte anfangs garnichts. Alles war ihm unheimlich und suspekt. Mit gerunzelter Stirn hat er skeptisch in die Welt geschaut aber sehr schnell kapiert, dass Schmusen was ganz tolles ist. Er ist unser “Schmuso” Podenco, knabbert einem die Hand und zwiebelt einen liebevoll in Arm, Popo, Rücken, schrubbelt mit Hingabe seinen Kopf an Beinen, Armen – einfach überall. Im Wald ist er ein aufmerksamer Jäger und mit allen seinen Sinnen Podenco aber gut Leinenführig, im wildfreien Gebiet (Wiese, Felder) kann man ihn laufen lassen (wir üben noch mit Schleppe). Einmal hab ich ihn so laufen lassen und es hat toll geklappt. Er genießt es mit den anderen über die Wiesen zu flitzen, vor purer Lebensfreude bellend jagt er hinter Noelle her, sucht mit Hingabe Mäuschen. Ein toller, liebenswerter, verschmuster Freund, der den Rest des Tages mit Schönheitsschlaf auf seinem Sofa verbringt. Ach ja, und wahnsinnig sozial ist er! Marquess ist zu allen Hunden unglaublich freundlich und aufgeschlossen. Menschen gegenüber erstmal vorsichtig. Wenn er Vertrauen gefasst hat jedoch ein ganz großer Schmusebär!

Ich hab bestimmt was vergessen. Macht aber nix – kann ich ja nachholen

Liebe Grüße
Anja und die 3M (Misch-Masch-Meute)

Ok dann werd ich auch mal. Bei uns leben ja inzwischen drei Podis:
- Den Anfang machte Chilimaus.
Sie ist eine Podenca Andaluz /portugues , ca.40 cm klein und über sie gibt’s nur positives zu berichten.
Chili kam im Dezember 2002 zu uns und ist inzwischen 8 Jahre alt.
Sie ist eine Seele von . Anfangs war sie sehr ängstlich und liess sich nicht anfassen . Unsere Geduld wurde belohnt und Chili schenkte uns ihr Vertrauen. Mit ihr habe ich an vielen Seminaren teilgenommen : Clickertraining, sinnvolle Beschäftigung, Fährtenarbeit und Stoffidentifikation..usw. Zwar ist sie dort immer das schüchterne Mäuschen , doch mit Feuereifer bei der Sache. Spurensuche liebt sie.
Dank Antijagdtraining darf Chili sehr oft ohne Leine laufen, Mäuschen buddeln und schwimmen. Sie liebt Wasser. Ob das Poditypisch ist, weiss ich nicht , aber im Wasser rumalbern findet sie toll.
Durch sie wurde meine Leidenschaft für Podis geweckt…es gab kein Zurück mehr.

Dann kam:
Sharpy im Dezember 2003 zu uns. Unsere damalige Hundedame Laika war gestorben und Chili fand es überhaupt nicht lustig , alleine zu leben. So kam es , dass ich den Internet durchforstet habe und stiess dabei auf Sharpy. Er war mir bereits vorher aufgefallen und es wunderte mich , wieso der hübsche Kerl immer noch nicht vermittelt war.
So kam’s wie’s kommen musste. Wir beschlossen : Er darf zu uns kommen.
Einige Tage später holten wir ihn ab. Er war ein sehr skeptischer Hund, hatte wenig Vertrauen zu den Menschen , was ihm aufgrund seiner Vergangenheit nicht zu verübeln ist. Ich hatte anfangs schon Respekt vor ihm… er war so ein richtiger Miesepeter und Einzelgänger. Ich rief eine animal learn Trainerin an, welche uns mit Rat und Tat zur Seite stand. Aus dem grantigen Sharpy wurde ein lieber Hund, welcher Vertrauen zu uns fasste, nachdem wir gelernt haben, ihn zu verstehen.
Sharpy ist ein sehr ruhiger Hund, welcher sich immer wieder eine Auszeit sucht und bekommt. Er ist immer noch eher Einzelgänger, verträgt weder Stress, Hektik und mag keine neuen Begebenheiten.
Er ist auch der “weltfaulste” Podi. Ihm reichen seine Spaziergänge, dann und wann Spurensuche, Wurstbäumchen im Wald suchen, Mäuschenbuddeln.
Zwar darf er aufgrund senes Jagdtriebes nur in wildarmen Gebieten sausen , aber das geniesst er dann auch in vollen Zügen.
Wir hatten keinen sehr leichten Start mit unserem Buben, doch wir haben’s nicht bereut. Er ist ein wunderbarer Hund! Und er gehört zur Familie und ist vor allem Papas Liebling!

In der Zwischenzeit hatten wir einige Pflegehunde , und im Juli 2007 entschieden wir uns,Yara (ehemals Julia) aus der Perrera Puerto Real zu uns in Pflege zu nehmen. Jeder meinte: Klar in Pflege..wenn die erst bei Euch ist, bleibt die.
Quatsch , Schmarrn! Wir sind doch erfahrene Pflegestellen  und lassen uns nicht von irgendwelchem Pflegestellenfieber anstecken. Sowas passiert nur den Anderen! Uns nicht!
Blaaaaah!
Yara kam , sah und siegte…und blieb.
Wie Anja so schön sagt : Yara hat Pfeffer in ihrem Podi-Knack-Aerschle..grins. Genau diese Beschreibung passt auf sie. Yara , unsere
1, 5 Jahre junge Podenca Andaluz hat Pepp! Da geht’s rund. Sie will beschäftigt werden. Yara hat einen sehr stark ausgeprägten Jagdtrieb, vor allem auf Vögel hat sie’s abgesehen.
Wenn sie mich morgens zu den Pferden begleitet (alles ist gut umzäunt mit Maschendraht) springt sie von einem Baum an den aderen und huscht nur so durch die Gegend. Dort kann sie sich austoben..und das ist morgens ihr täglicher Freilauf. Nachmittags und abends machen wir noch Spaziergänge , welche immer wieder mit Spurensuche , kommunikativem Spazierengehen usw verbunden sind. Einfach so mit ihr durch die Gegend schlenderen ist nix. Aber Yara ist eine Seele von Hund, einfach nur lieb, freundlich, hat null Aggressionen – weder Menschen noch Hunden gegenüber. Sie ist wie all unsere Podis Katzenverträglich.
Und sie ist ein wahrer Meisterdieb..selber Schuld*grins* , ich könnte ja auch besser aufräumen 
Ein Leben ohne sie ? Nicht mehr denkbar!
Wenn die drei abends faul auf der Couch oder im Bett liegen und zufrieden vor sich hinschnarchen , weiss ich : Ich hab den richtigen Weg eingeschlagen. Ich denke ich werde den Dreien gerecht und sicher werden mir in mener Zukunft noch einige Podis über den Weg laufen!
Einmal Podi , immer Podi!

Das Leben mit einem Podenco

….für Alle, die sich für diese wundervolle Rasse entscheiden möchten…..der Text ist ein bisschen länger, ich schreibe hier auch nur über MEINE Erfahrungen mit einem Podenco, aber vielleicht hilft es euch bei der Entscheidung eines dieser liebenswürdigen, leider allzu oft verkannten Wesen näher zu bringen.
Zwei Tassen Kaffe dürften reichen…..

….nachdem ich Steff( meinen Lebensgefährten) anderthalb Jahre bekniet hatte für unsere Parson Russel Terrier Gorath

einen, ähhh, Spielgefährten zu kaufen, entschlossen wir uns für eine arme Nase aus dem Tierheim. In den umliegenden Tierheimen wurde ich recht billig abgekanzelt, * wie, nur eine Wohnung, kein Haus?** Ja, aber wir wohnen direkt am Waldrand mit vielen Feldern und schönen Spazierwegen!** Kein eigenes Haus mit Garten? Von uns bekommen Sie keinen Hund!*…und weitere Aussagen die mir nicht recht in´s Hirn wollten veranlassten uns dazu im Internet zu stöbern. Auslandshunde….aha, so etwas hatte ich schon mal gehört…mhhhhhhhhh…irgendwo einmal, am Rande.
Spanischer , aha, na ja, schauen wir doch mal.
Lange Rede kurzer Sinn, einig wurden wir auf einen Hund, mit einem gaaanz kleinen, verschwommenen Internet-Bild, der aussah wie ein Golden Retriever mit schwarzer Nase, zu langem Fell und etwas längerem Gesicht. Podenco-Wolfshundmix war dort zu lesen, ca. 3-5 Jahre alt.
Name: Aron, Mittelmeercheck bestanden. Das war alles. So weit die Pixel es erlaubten war dort ein schöner, süsser Hund zu sehen, der sich an seinen Pfleger drückte und bei Allicante auf Lanzarote im Tierheim Sahra nur auf uns zu warten schien.Telefonfonat, Besuch, Vorkontrolle…alles Paletti…..Internet geschaut, Podenco= Jagdhund, kein Problem, Gorath war auch ein Jagdhund, sogar aus einer jagdlich geführten Zucht…Passt!
Dann der Anruf, der Hund kommt am 05.05.01 am Frankfurter Flughafen an, 2.00 Nachts.
Oh Gott, waren wir aufgeregt. Klein Gorath ins Auto bugsieren * Haben die se net mehr alle? Schaut mal auf die Uhr, ich mag jetzt nicht Gassi-gehen*PROTEST!!!!!!!!!
Unruhe, Aufregung, Vorfreude…..War es die richtige Entscheidung einen Hund aus Spanien zu holen? Einen Hund, von dem wir nicht´s wussten, ausser das er nicht´s wusste und kannte und noch nicht Stubenrein war? Egal, der Hund war bestellt, ja, er war bestellt und wir holten ihn ab. Die eine Stunde Wartezeit auf den Flieger kam uns vor wie endlose Tage, Gorath quitschte und war sichtlich ungehalten…dann die Landung. Es dauerte und dauerte, und nach endlosen Passagieren die am Flughafen ankamen endlich: die Leute mit der Box. Wir begrüßten uns und sahen hinein…vor Schreck machten wir Beide einen Schritt zurück. Eine Verwechslung, ja bestimmt….Gorath knurrte erzürnt….
Dieses Wesen dort war bestimmt nicht unser Hund, er sah ganz anders aus. Dieses Wesen dort, war das überhaupt ein Hund?

Er hatte eine blassrosa Nase, nicht so eine schöne Schwarze wie auf dem Foto, sein Fell war verklebt und stank zum Himmel. Er schielte und hielt sich ob der Beruhigungspillen zitternd auf den Beinen, es war ein Bild des Jammers. Mein erster Spruch war: * Steff, ich glaube wir haben den hässlichsten Hund der Welt adoptiert.* Hingegen aller Beteuerungen der Vermittlerin es nicht zu tun öffneten wir die Box und dieses * Etwas* taumelte heraus, unfähig sich auf den Beinen zu halten, unfähig mit jemanden zu kommuniezieren. Es schlotterte und schielte, Gorath knurrte die ganze Zeit. Na Prima!!!!!!!!!!!Eine Tierfreundin hielt Aron fest,

wir waren beide unfähig dies in den ersten Sekunden zu tun. Damit hatten wir nicht gerechnet, übberumpelt, überwältigt vor Mitgefühl…stocksteif….Dann passierte es, er machte unter sich. Einen riesengroßen, stinkenden grünen Haufen und mindestens zwei Liter Pippi hinterher….auch das noch. Ich war artige Schäferhunde aus meiner Familie gewöhnt, und kleine knurrende Terrier…das arme Tier…..Nach Beseitigung des Gröbsten bugsierten wir ihn zum Auto um die Heimfahrt mit heruntergelassenen Fenstern anzutreten. Aron, der im Bus hinten saß, suchte dauernd Kontakt und versuchte sein Köpfchen an mir zu reiben, es war so jämmerlich und schön….Gorath quitierte das auf dem Vordersitz mit Zähnefletschen und Gebrumme….
Zuhause angekommen ging es erst mal in die Badewanne, auch dies stand überall zu lesen: NIEMALS am ersten Tag in die Badewanne stecken, das bricht das Vertrauen.

Vertrauen hin oder her, der Hund stank entsetzlich, nach Kot, Erbrochenem und noch viel mehr, tote Käfer kamen aus seinem Fell hervorgeplumpst, nein, wirklich…ab in´s Bad.
Er nahm es hin, einfach so…..er beschwerte sich nie, schnappte nicht, knurrte nicht.

Das waren unsere Anfänge.
Was wir nicht wussten: Wir hatten einen sehr stark traumatisierten Hund bei uns aufgenommen. Er fiel beim Anblick eines Gartenschlauches, Messer´s oder Stock´s einfach um, wie Ohnmächtig, nicht fähig sich zu rühren.* Wenn ich nicht da bin kann mir auch nicht´s passieren* Er lebte in einer Art Schneckenhaus, ein Authist….was hatte man ihm nur angetan? Und trotzdem ging es jeden Tag vorwärts. Stubenrein nach zwei Tagen, kein Thema, Pfötchengeben* so ein Blödsinn* von Gorath abgeschaut, zwei Minuten, Leine gehen, kein Problem. Spielen interessierte ihn nicht, jedenfalls nicht mit Menschen, Schmusen auch nicht, Couch sowieso nicht aber Bett kann man ja mal probieren. Das erste Gassi gehen weiss ich noch wie heute: Aron stand vor einer Wiese, dieses grüne gefährlich anmutende Ding, war es warm, weich, würde es weh tun wenn ich es betrete? Zögerlich, sehr zögerlich probierte er mit der rechten Vorderpfote diese seltsame grüne Unterlage aus, dann die nächste Pfote und dann, ja, dann war er nicht mehr zu bremsen. Er hüpfte vergnügt an seiner Flexileine über das Grün, wälzte sich darin und hatte Spaß, ja, den ersten Spaß den wir bei ihm bemerkten, und das nach zwei Tagen, Heureka!!!!Das war aber auch der letzte in den nächsten vier Jahren……
Er mauerte sich ein, ließ niemanden an sich heran. Wir hatten halt nicht den Traumhund bekommen, nein, wir hatten ein Problem. Aber, oberstes Ziel war es ihm diese Probleme zu nehmen, ihn wieder Freude fühlen zu lassen, ihn wieder Hund werden zu lassen….
Nach zwei Wochen bei uns ließ ich ihn laufen….falscher Fehler, nach drei Stunden Angstschweiss, suchend´und rufend setzte ich mich in´s Auto, und da kam er, er war wieder da. Nach drei weiteren Wochen hielt ich es nicht mehr aus…der arme Hund. Also noch mal: Leinen los! Zwei Stunden warten…es war zu früh, die Bindung war noch nicht da, meine Schuld, nicht Seine, ich dumme Ganz, was habe ich auch erwartet?
Bei dritten Anlauf war er zehn Minuten weg, und ab da nie mehr, er folgte uns und entfernte sich nie mehr weit weg. Was ging bloß in seinem geschundene Geist vor?
Nach vier Jahren das erste mal das er Zuneigung wollte…..er konnte nicht mehr genug bekommen.

Mit anderen Hunden spielen, das Tollste überhaupt. Nach fast fünf Jahren spielte er das erste mal mit Zeitungen und Kartons, wir waren so überglücklich, es war der Himmel auf Erden.Er war da, er war angekommen, endlich!

Ein offener, fröhlicher Hund, der sich über Besuch freute, den Postboten erschreckte, Kinder über alles liebte und ausser mit Katzen mit Allem und Jedem per Du war.

Seine Sorgenfalten waren verschwunden, sein Jagdtrieb beschränkte sich auf Leckerlies fangen und Mäuse buddeln. Es war quasi über Nacht, als sei ein Knoten geplatzt, als hätte es einen Schlag getan und er wäre einfach so, null-komma-nix aus seinem Koma erwacht. Es war unglaublich, es war unbeschreiblich, ein Glücksgefühl der besonderen Art, so wie Steff und ich es seit her nicht mehr hatten…..er LEBTE!!!!!!!!!!!!!!

Wir fuhren sogar nach Kroatien in Urlaub mit ihm, vorher undenkbar!


( So wurden die Hunde übrigens dort gehalten….)

Im Sommer hatten wir ihn geschoren, er ist herrumgehüpft wie ein kleines Reh, es war nicht mehr so heiß. Und unter dem ganzen Fell war tatsächlich ein wunderschöner Podi versteckt:

Natürlich machte er nicht PLATZ auf Kommando, und natürlich hatte er beim Gassi-gehen, wenn ich ihn rief, erst mal erst etwas anderes zu tun, ein bisschen Pippi hier, ein bisschen schnüffeln dort….ahhh., Frauchen ruft schon seit zehn Minuten nach mir, na erst mal sehen was da noch hinter dem Busch steckt. Er wirkte oft dickköpfig( kannte ich ja von meinem Terrier) aber er war es nicht. Er war nicht dafür geboren worden Befehle auszuführen, es war nicht seine Natur sich nach irgendwem richten zu müssen.Er war ein freier Hund, kein Sklave der hechelnd an der Leine seinem Menschen folgte, immer die Augen auf´s Herrchen gerichtet, in der Hoffnung ihm wieder mal mit irgendwelchen menschlichem Befehlsterror Untertan zu sein. Nein, er liebte die Natur und ja, auch er hatte Jagdtrieb. Gott sei Dank nicht allzu viel, da war ich vom Terrier mehr gewohnt, dahin gehend hatten wir wohl Glück.
Im Sommer setzte ich mich auf die grünen Wiesen, blinzelte in die Sonne und Aron tat es mir gleich. Während Gorath seine ganze Energie auf das Mäusebuddeln verschwendete genossen wir zusammen die Natur, Aron schnüffelte an einem Grashalm oder Käfer, ohne ihm etwas zu tun und genoss wie ich einfach das hier und jetzt. Zuhause hatte er nach einiger Zeit auch die Couch entdeckt, er hat von Anfang an nicht gebettelt und liebte es aus dem Fenster zu schauen. Er liebte es auch im Auto die LKW´S und vor Allem die Motorräder auszubellen, ja, die Motorräder, die waren seine Feinde….ich denke, er wurde daran * trainiert* wie in Spanien üblich…..
Ich kannte es ja schon von klein Gorath, beim Spazieren gehen immer die Augen offen halten, alles was jagdbar erscheint könnte zu einer kleineren Katastrophe werden. Aber mit Leckerlie-Spielen, vielen lustigen Ablenkungen, die auch uns, Steff und mir eine Menge Spaß machten und uns aus der Ödnis anderer, trauriger Vierbeiner die an uns vorbeigingen und die nicht bespaßt wurden herausriss, bekamen wir die jagdlichen Ambitionen unserer Freunde erstaunenswerter Weise fast in den Griff.

Leider lief uns Aron aufgrund unserer Dummheit,
unserem überschätzten Gefühl das er es geschafft hätte seine Ängste zu bezwingen und unserer menschlichen Arroganz am 05.08.06 in Luxemburg davon und ist seit her nicht wieder aufgetaucht. Die einen sagen es wäre ein Unfall gewesen wofür wir nicht´s konnten, Trost spendet dies nicht.
Wir haben, und da sind wir und auch viele unserer Freunde, die sehr viel Anteilnahme spendeten,( genau so wie die lieben Leute hier im Forum ) noch heute der Meinung, das Aron der beste Hund auf der ganzen Welt war/ist. Sein Kampf mit sich selbst, seine Podencohaftigkeit, die kein Mensch auf der Welt ausdrücken kann wenn man nicht selbst einen hatte, sein einzighaftes Wesen, ja, auch seine Unabhängikeit, diese Treue wenn er sich einmal angeschlossen hat, seine unachahmbare Liebe, die ich bis dato bei noch keinem Hund sah und seine Intelligenz……
Wir haben uns nach Aron´s Verschwinden gezielt für eine andere Rasse entschieden, einen Galgo, auch ein Spanier, auch Speziell, wieder anders….ganz anders.( Wir hätten einen neuen Podi nicht ertragen können, der Schmerz ist immer noch zu groß, die Paralelen wären vielleicht zu stark.)…
Liebevoll, temperamentvoll, mit längst nicht so vielen Problemen behaftet ( Gott sei Dank) und einfach nur liebenswürdig…..mein Schatz, genau wie Gorathchen, den ich vom Züchter hatte und dessen Charakter ich mit 5% mit ausbilden durfte.
Aber Aron……..als ich heute die Bilder herrausuchte musste ich wieder weinen…vielleicht, ja vielleicht sind unsere Blicke verklärt, weil er so viel Probleme hatte und weil es so lange brauchte bis er aus seinem Schneckenhaus zu uns kam…vielleicht……
Aber,wer vielleicht schon mal von euch einen Jagdhund hatte, Terrier, Husky, oder auch einen überaus arbeitswilligen Hund wie Border-Colly ect……schaut euch mal einen Podenco an…..schaut im Internet…dieser Hund braucht Beschäftigung, na und? Das braucht jede, und wirklich jede andere Rasse auch….sie warten auf euch….lasst sie nicht zu lange vergeblich warten…Sie sind einzigartig….
Liebe Grüsse:
Maya

Zum Thema:

http://galgo-in-not.de/forum/viewtopic.php?t=9560

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