Refugio Casas Ibanez – Rückblick auf das Jahr 2007

Rückblick auf das Jahr 2007 des Tierheims El Refugio

Das Jahr begann mit dem Besuch ungebetener Gäste, die alle Türschlösser beschädigten. Es brachte uns aber auch angenehme Überraschungen :
Die Gemeinde übernahm einen Teil (1.500 Eu) der Schulden, die wir noch beim Tierarzt ,Labor und der Klinik hatten, was uns für Monate eine Verschnaufpause erlaubte.

Im Januar bot sich auch die Gelegenheit, mit einigen Lehrern des Gymnasiums über unser Anliegen, Jugendlichen und Kindern die Gedanken des Tierschützes näher zu bringen, zu sprechen. Sie fanden die Idee gut und schlugen vor, einige Stunden im Monat Tierschutzthemen in deren Klassen zu behandeln. Besuche des Tierheimes mit den Klassen wurden geplant.

Das Büro C.E.D.E.R ,Europäische Hilfe für regionale Entwicklung, hat uns 4.500 Eu genehmigt, um das Tierheim zu sanieren.

Im März wurden wir von Diana und Franz besucht, Menschen die sich vorgenommen haben, uns unter die Arme zu greifen. Dank derer spontanen finanziellen Unterstützung konnten wir einige kastrieren . Ein wichtiger Schritt , da wir zu wenig Platz haben ,um einzelne halten zu können.

Eine für uns wichtige Partnerschaft ging zu Ende, andere Vereine, die uns helfen wollen, zeigen sich am Horizont, andere alte Partnerschaften blieben bestehen,
was wir sehr begrüßen.

Eine Politologin aus Berlin, die ein interessantes Projekt konzipiert hat mit Thema Naturschutz an die Jugend gerichtet, kam für 3 Monate nach Casas Ibáñez, um vor Ort zu sehen, welche Möglichkeiten die Region für diese Jugendarbeit bietet. Insgesamt war das Echo positiv und wir werden davon profitieren, wenn Kinder lernen,andere Lebewesen mit Respekt zu behandeln.

Die Schulkinder besuchten uns mehrere Male in diesem Sommer im Rahmen der Sommer-Freizeit-Aktivitäten. Es war schön, so viele Kinder zu begrüßen und mit ihnen über die besondere Lage der verlassenen Hunde zu sprechen oder ihre Erfahrungen mit Haustieren anzuhören. Die Kinder kamen noch freiwillig während des Sommers, da sie es genossen, mit uns und den Hunden durch die Felder spazieren zu gehen. Einige Kinder waren von den Hunden so sehr angetan, dass sie früh morgens ins Tierheim kamen, um uns beim Putzen der Anlage oder beim Verteilen der Futternäpfe an die Welpen zu helfen.
Im Juli begann eine harte Zeit für uns. Es kam zur Trennung von der Pflegefrau, die einzige Person, die für ihre Arbeit einen Lohn erhält. Die Zeit verging, ohne dass wir jemand fanden. Um den 20. August herum sagt uns ein jünger Mann aus der Gegend, dass er Interesse an dieser Arbeit hätte – jetzt wo er weiß, die Hunde werden nicht mehr getötet. Wir arbeiteten 2 Wochen zusammen und ich war überzeugt, er kann unser Mann sein .Die Probleme liegen bei seiner Bezahlung: er muß mindestens 700,00 Eu verdienen – das heißt, 6 Stunden täglich arbeiten, da er eine große Familie zu versorgen hat. Eigentlich ist es uns klar, dass wir im Tierheim eine Person brauchen, die mindestens 6 Stunden bei den Tieren und mit anderen Arbeiten des Tierheimes betreffend, beschäftigt ist. Also wir sagen zu, Juan, so heißt er, wird mit uns arbeiten. Ab diesem Tag beginnen die Auseinandersetzungen mit der gerade neu gewählten Bürgermeisterin, die nicht erkennt, wie sehr wir uns am Rande des Abgrundes befinden: wenn wir den neuen Pfleger nicht bezahlen können, müssen wir in September aufgeben.
Natürlich bemühen sich die Politiker, eine schnelle Lösung für uns zu finden, da eigentlich das Echo unseren Wirkens im Dorf sehr positiv ist. Sie fingen an, konkret nach Geld zu suchen- und fanden welches, das von anderen Projekten übrig blieb. Davon wird der Pfleger nicht bezahlt, sondern unsere Schulden beim Tierarzt, der Klinik, dem Labor beglichen.
Wir bekamen eine so gute finanzielle Hilfe von vielen Menschen aus Deutschland, von einer Familie aus Luxemburg, von Vereinen aus Frankreich und Belgien, dass wir es bis heute schafften, weiter machen zu können.
Wir versuchen selber wo wir können, uns zu helfen. So organisierten wir Bingoabende, sammelten und verkauften alte Sachen, verkauften bei einem Jugendfest „Hot dogs“, Lotterielose und, am Ende des Jahres , Jahreskalender.

Wir führten Gespräche mit der Gemeinde, da wir einen besseren Platz brauchen. Unser Nachbar, ein Weinbauer, der an einem Umzug des Tierheimes sehr interessiert ist, schlug uns einige Objekte in seinem Besitz vor. Manchmal waren es fertige Hallen oder neu zu bebauende Grundstücke .Wir müssen uns ernsthaft damit befassen, da unser Vertrag mit der Gemeinde in 2 Jahren ausläuft. Im Januar 2008 gehen die Gespräche weiter.

Viele neue Hunde kamen ins Tierheim. Im Jahr 2007 waren es 129 Hunde. Wir brauchen eine bessere Anlage, größer vor allem. Wir hatten einige schlimme
Mißhandlungsfälle, viele verlassenen Welpen, sie hätten eine bessere Unterbringungsmöglichkeit gebraucht.

Unsere Geldausgaben waren sehr hoch. Die Quittungen für diese Ausgaben liegen der Gemeinde vor und, da sie die Notwendigkeit sehen, uns besser finanziell zu unterstützen, hoffen wir auf eine Erhöhung der Mittel, die für das Tierheim vorgesehen sind.

Wir wollen uns herzlichst bedanken bei allen die uns helfen und geholfen haben. Ohne diese Hilfe wären wir nicht mehr da.

Vielen Dank an alle
und ein gesegnetes neues Jahr !

M.D. Knobloch
http://www.galgohilfe-casas-ibanez.org/

Tags: , , , ,

Du kannst alle Antworten zu diesem Eintrag via RSS 2.0 Feed erfolgen. Du kannst einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback von deiner eigenen Seite.

Hinterlasse eine Antwort

XHTML: Diese Schlagwörter kannst du nutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>